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Palermo

Palermo ist die Hauptstadt der italienischen Region Sizilien und mit rund 670.000 Einwohnern im Stadtgebiet (2004) – ca. 900.000 Einwohnern als Agglomeration (2004) – die größte Stadt der Insel.

Palermo ist auch Hauptstadt der Provinz Palermo. Die Stadt liegt an einer Bucht an der Nordküste der Insel. Die Ebene, in der sich die Stadt ausbreitet, wird italienisch Conca d'oro (Goldene Muschel) genannt.

Geschichte

Die Phönizier gründeten die Stadt als Handelsstützpunkt etwa im 8. Jahrhundert v. Chr. Während des Ersten Punischen Krieges war Palermo ein wichtiges Bollwerk der Karthager bis sie 254 v. Chr. von den Römern erobert wurde.

Der lateinische Name der Stadt war panormus. Unter Augustus wurden ehemalige römische Legionäre in der Stadt angesiedelt. Sizilien war in der Antike eine überwiegend griechischsprachige Insel, besonders der Ostteil. Palermo lag etwa an der Grenze zum griechischsprachigen Teil. Nachdem die Wandalen im Jahre 429 ihr Reich in Nordafrika mit dem heutigen Tunesien als Zentrum gegründet hatten, fielen sie mehrfach in Sizilien ein und versuchte es sich dauerhaft einzuverleiben.

Die Stadt fiel 535 wieder an Ostrom, unter dessen Herrschaft sie etwa zweihundert Jahre blühte. Später kam sie dann unter islamische Herrschaft. Unter dieser Herrschaft entwickelte sich Palermo zur Hauptstadt der gesamten Insel. Der arabische Einfluss aus dieser Zeit ist auch heute noch in der Architektur zu sehen. Unter den Normannen (seit 1072) entstanden weitere außerordentliche Gebäude.

1194 übernahmen die Staufer die Macht. Friedrich II. baute die Stadt zur glanzvollen Residenz aus. Palermo erlebte seine kulturelle Blüte.

Eines der herausragenden Ereignisse der mittelalterlichen Epoche war die so genannte Sizilianische Vesper. Im Jahre 1282 wurden sämtliche Franzosen Siziliens von der einheimischen Bevölkerung getötet, ein für die damalige Zeit außergewöhnliches demozidales Ereignis. Allein in Palermo starben 2000 Menschen; insgesamt kamen dabei wohl mindestens 10.000 Menschen um. (Siehe auch Vergleichende Völkermordforschung.)

In der Folgezeit nahmen die Aragonier, Österreicher und Bourbonen die Stadt in Besitz. Die ehemalige Bedeutung ging verloren. 1860 zog Giuseppe Garibaldi in die Stadt ein und bereits ein Jahr später wurde sie, zusammen mit der gesamten Insel, Bestandteil des Königreiches Italien. Während des Zweiten Weltkrieges wurde Palermo schwer beschädigt.

In jüngster Zeit war Palermo fest in der Hand der Mafia und in ruinösem Zustand. Mutige Staatsanwälte wie Giovanni Falcone oder Paolo Borsellino wurden zu Märtyrern des Widerstandes. Unter dem "Antimafia"-Bürgermeister Leoluca Orlando erlebte die Stadt jedoch ein rasches Aufblühen. Auch die einst von Verdi-Uraufführungen ausgezeichnete Oper Palermo konnte nach einer mehr als ein Vierteljahrhundert dauernden Zeit der Restaurierung wiedereröffnet werden.

Sehenswürdigkeiten

Zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten gehören unter vielen anderem

der Dom (ital. Cattedrale) mit dem Grab Friedrich II., der Krypta und dem Domschatz,
der Normannenpalast mit der Cappella Palatina, die über und über mit den schönsten und wertvollsten Mosaiken aus normannischer Zeit ausgekleidet ist,
das Archäologische Nationalmuseum mit einzigartigen Exponaten aus allen Epochen der Insel
der Dom von Monreale (ca. 8 km vom Stadtzentrum entfernt), dessen Wände mit über 6000 m² Gold-Mosaiken die Geschichten des Alten und Neuen Testaments für die Analphabeten des Mittelalters anschaulich gemacht haben sowie dessen quadratischen Kreuzgang mit über 200 Doppelsäulen
die Cuba (aus normannischer Zeit, erstellt unter einem arabischen Baumeister)
der Botanische Garten, in dem einst Goethe nach der "Urpflanze" suchte.

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